Goldminen explodieren – unsere Prognose geht auf

Vor einigen Wochen haben wir an dieser Stelle eine klare These vertreten: Goldminen könnten vor einer deutlich stärkeren Aufwärts-Bewegung stehen.

Hier findet ihr den damaligen Artikel: https://bayerngold.com/2026/08/07/goldminen-vor-der-naechsten-aufwaertsbewegung-das-spricht-aktuell-dafuer-und-dagegen/

Was damals noch wie eine antizyklische Wette aussah, entwickelt sich zunehmend zu einem echten Trend.

Die vergangenen Wochen haben eindrucksvoll gezeigt, wie stark Goldminen reagieren können, wenn der Goldpreis nach oben ausbricht. Allein der VanEck Gold Miners ETF GDX legte in einer einzigen Handelswoche im August rund 21 Prozent zu. Auch der breitere Minensektor zeigte eine enorme Dynamik.

Damit können wir zunächst einmal festhalten:

Unsere damalige Prognose ist aufgegangen.

Gold steigt – aber die Minen steigen stärker

Der Grund für die überproportionale Bewegung ist relativ einfach.

Ein Goldproduzent verkauft sein Gold zu einem bestimmten Preis und hat gleichzeitig Produktionskosten. Steigt der Goldpreis, landet ein großer Teil des zusätzlichen Erlöses direkt in der Gewinnmarge.

Ein vereinfachtes Beispiel:

Angenommen, eine Mine produziert eine Unze Gold für 2.000 Dollar.

Bei einem Goldpreis von 3.000 Dollar beträgt die Marge 1.000 Dollar.

Steigt Gold auf 4.000 Dollar, beträgt die Marge plötzlich 2.000 Dollar.

Der Goldpreis ist in diesem Beispiel um 33 Prozent gestiegen – die operative Marge hat sich aber verdoppelt.

Genau dieser operative Hebel macht Goldminen für Anleger so interessant.

Und der Goldpreis selbst liefert derzeit das passende Umfeld.

Am Freitag, dem 21. August 2026, stieg Gold auf über 4.600 Dollar je Feinunze und steuerte auf den dritten Wochengewinn in Folge zu. Allein in dieser Woche lag der Anstieg bei ungefähr fünf Prozent. Als wichtige Treiber gelten unter anderem ein schwächerer US-Dollar, die Unsicherheit über die US-Finanzpolitik und Erwartungen an die weitere Geldpolitik.

Damit bekommen die Minen genau das Szenario, auf das wir gesetzt hatten.

GDX: Der große Gewinner

Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung des VanEck Gold Miners ETF (GDX).

Der ETF bündelt zahlreiche große Goldproduzenten und ist damit für Anleger interessant, die nicht auf eine einzelne Mine setzen möchten.

Im August kam es zu einem regelrechten Ausbruch. Anfang August lag der GDX noch deutlich niedriger; innerhalb von nur fünf Handelstagen stieg der ETF um mehr als 21 Prozent.

Das ist für einen breit diversifizierten Minen-ETF eine außergewöhnliche Bewegung.

Und sie zeigt gleichzeitig, warum wir Goldminen aktuell interessant finden:

Gold ist der Hebel auf das Metall – Goldminen sind der Hebel auf die Gewinnmarge.

Natürlich funktioniert dieser Hebel in beide Richtungen. Fällt Gold, können Minen überproportional verlieren. Genau deshalb sind Minen auch deutlich spekulativer als physisches Gold.

Aber solange der Goldpreis steigt und die Produktionskosten nicht im gleichen Tempo nach oben laufen, verbessert sich die Ertragslage der Produzenten teilweise dramatisch.

Auch DRDGold zeigt, was möglich ist

Ein weiteres Beispiel ist DRDGold.

Der südafrikanische Goldproduzent hat zuletzt von der Goldpreisrally massiv profitiert. Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen, wie stark sich der höhere Goldpreis auf die Profitabilität auswirken kann. Dieser Wert wurde im verlinkten Artikel genannt und ist einer der Favoriten in diesem Bereich.

DRDGold meldete für das Geschäftsjahr 2026 einen deutlichen Anstieg von Gewinn und Cashflow. Der Gewinn stieg laut den jüngsten Ergebnissen um rund 89 Prozent, während gleichzeitig die Produktion über der eigenen Prognose lag.

Das ist genau die Entwicklung, die wir bei Goldminen sehen wollten.

Der Goldpreis steigt – und die Unternehmen beginnen, diesen höheren Preis zunehmend in Gewinn und freien Cashflow umzusetzen.

Damit verändert sich auch die Bewertung der Unternehmen.

Ein Produzent, der vor einigen Jahren bei einem Goldpreis von beispielsweise 2.000 Dollar kaum freie Mittel erwirtschaftete, kann bei Preisen jenseits von 4.000 Dollar plötzlich enorme Cashflows generieren.

Und dann gibt es Soma Gold

Nicht jede Mine ist allerdings bereits mit dem gesamten Sektor nach oben gelaufen.

Ein gutes Beispiel ist Soma Gold. Man könnte den Wert „Nachzügler“ nennen. Vielleicht finden hier Investoren eine Chance die den Anstieg bisher verpasst haben.

Soma ist ein kleiner kanadischer Goldproduzent mit Aktivitäten in Kolumbien. Das Unternehmen betreibt unter anderem das El-Bagre-Goldprojekt und verfügt über weitere Expansionsmöglichkeiten. Für 2026 wird eine deutliche Produktionssteigerung angestrebt.

Der Aktienkurs hängt momentan allerdings deutlich hinter der Entwicklung großer Goldminen und des GDX zurück.

Und genau das macht Soma gleichzeitig interessant – und gefährlich.

Denn bei Soma handelt es sich nicht um einen etablierten Large-Cap-Produzenten wie die Unternehmen, die im GDX vertreten sind.

Die Aktie ist ein Small- bzw. Micro-Cap-Pennystock und damit mit erheblich höheren Risiken verbunden.

Die Kursentwicklung kann bei solchen Unternehmen wesentlich stärker von einzelnen Unternehmensmeldungen, Finanzierung, Produktion, Liquidität und operativen Problemen beeinflusst werden.

Das sollte man als Anleger nicht unterschätzen.

Warum Soma trotzdem interessant bleibt

Die Tatsache, dass Soma hinter dem Sektor zurückgeblieben ist, bedeutet nicht automatisch, dass die Aktie „billig“ ist.

Aber es bedeutet, dass die Aktie den aktuellen Goldminenboom bislang nicht in gleichem Umfang eingepreist hat.

Das Unternehmen selbst bezeichnet sich inzwischen als profitablen Goldproduzenten und erwartet für 2026 eine deutlich höhere Goldproduktion. Zudem arbeitet Soma an der Ausweitung seiner Produktionskapazitäten.

Hinzu kommt, dass Soma zuletzt eine Finanzierung über 7,5 Millionen kanadische Dollar abgeschlossen hat.

Und erst vor wenigen Tagen meldete das Unternehmen neue Bohrergebnisse von der Escondida-Ader, darunter einen Abschnitt mit 4,25 Gramm Gold je Tonne über 1,85 Meter und einen höhergradigen Abschnitt mit 12,10 Gramm über 0,65 Meter.

Das sind interessante Entwicklungen.

Aber hier gilt ganz klar:

Soma ist kein Ersatz für den GDX.

Wer in Soma investiert, geht bewusst ein wesentlich höheres Risiko ein.

Der Unterschied zwischen GDX, DRDGold und Soma

Genau deshalb sollte man Goldminen nicht einfach in einen Topf werfen.

Der GDX ist die eher breit diversifizierte Variante. Man bekommt zahlreiche große Goldproduzenten in einem ETF. Das reduziert das Risiko, dass ein einzelnes Unternehmen durch Produktionsprobleme, politische Entscheidungen oder Managementfehler massiv enttäuscht.

DRDGold ist bereits eine deutlich konzentriertere Einzelwette. Dafür kann die Aktie bei einer positiven operativen Entwicklung stärker reagieren. Was aktuell der Fall ist.

Soma Gold befindet sich nochmals auf einer ganz anderen Risikostufe. Die geringe Unternehmensgröße und die deutlich geringere Liquidität machen die Aktie zu einem echten spekulativen Investment.

Das Chancen-Risiko-Verhältnis kann dadurch attraktiv sein – aber auch ein Totalverlust ist bei solchen Small Caps wesentlich realistischer als bei einem breit diversifizierten ETF.

Warum die Rally noch weitergehen könnte

Die große Frage lautet jetzt natürlich:

Ist die Bewegung bereits vorbei?

Wir glauben nicht, dass man das pauschal sagen kann.

Denn die fundamentalen Rahmenbedingungen für Gold sind weiterhin außergewöhnlich interessant.

Die US-Staatsverschuldung steigt, langfristige US-Zinsen stehen unter Druck und gleichzeitig wächst die Sorge um die langfristige Tragfähigkeit der amerikanischen Fiskalpolitik.

Genau diese Entwicklung haben wir bereits in unserem Artikel zur US-Schuldenproblematik beschrieben.

Und es gibt eine bemerkenswerte Verbindung zwischen beiden Themen:

Je stärker die Anleger an der langfristigen Stabilität von Staatsfinanzen und Währungen zweifeln, desto interessanter wird Gold.

Der aktuelle Goldanstieg kommt deshalb nicht aus dem Nichts. Reuters berichtet, dass Gold zuletzt unter anderem von Sorgen über die US-Finanzpolitik, einem schwächeren Dollar und Erwartungen an die Geldpolitik getragen wurde.

Wenn dieser Trend anhält, könnten die Gewinne der Goldproduzenten weiter steigen.

Und genau dort entsteht der Hebel.

Aber Vorsicht: Der größte Fehler wäre jetzt Euphorie

Dass unsere Prognose aufgegangen ist, bedeutet nicht, dass jede Goldmine jetzt automatisch weiter steigt.

Im Gegenteil.

Nach einer Bewegung von mehr als 20-50 Prozent bei einem ETF in wenigen Wochen steigt auch das Rückschlagrisiko.

Bei einzelnen Minen ist dieses Risiko noch viel größer.

Goldminen haben neben dem Goldpreis zahlreiche weitere Risiken:

  • steigende Energie- und Lohnkosten
  • politische Risiken in den Förderländern
  • Produktionsausfälle
  • Verwässerung durch neue Aktien
  • hohe Kapitalanforderungen
  • enttäuschende Bohrergebnisse
  • Währungsrisiken
  • Managementfehler
  • Liquiditätsprobleme

Bei einem Unternehmen wie Soma kommen diese Risiken aufgrund der geringen Größe noch stärker zum Tragen.

Deshalb würden wir einen Pennystock wie Soma niemals mit einem breit diversifizierten Goldminen-ETF gleichsetzen.

Wichtig ist derzeit auch die Saisonalität! Der August ist hier noch positiv zu werten, aber beim September handelt es sich um einen der schlechtesten Monate überhaupt für Edelmetalle. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn es ab September zu einer Korrektur des Sektors kommt.

Unser Fazit

Unsere damalige These, dass Goldminen vor einem Anstieg stehen hat sich bewahrheitet.

Der GDX ist massiv gestiegen.

Auch Einzelwerte wie DRDGold haben von der Kombination aus hohem Goldpreis und steigender Profitabilität profitiert. DRDGolds jüngste Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie stark der Goldpreis auf die Gewinnentwicklung eines Produzenten durchschlagen kann.

Und dann ist da Soma Gold.

Die Aktie hat bislang deutlich weniger von der Rally profitiert und hängt hinter den großen Minen zurück. Gleichzeitig bleibt sie aufgrund ihrer geringen Größe und des Pennystock-Charakters eine hoch spekulative Wette.

Genau darin liegt aber auch der mögliche Reiz.

Sollte Soma operativ liefern, die Produktion weiter steigern und der Goldpreis auf hohem Niveau bleiben, könnte sich die Bewertung deutlich verändern.

Aber das ist eine völlig andere Wette als GDX oder ein etablierter Produzent.

Unsere grundsätzliche Goldminen-These bleibt deshalb bestehen: Der Goldpreis ist stark – aber der größere Hebel könnte weiterhin bei den profitablen Produzenten liegen.

Nach dem jüngsten Kurssprung sollte man allerdings nicht blind hinterherlaufen.

Gold und Minen explodieren: Doch wie nachhaltig ist der aktuelle Anstieg?

Die Edelmetalle und insbesondere die Minenaktien haben in den vergangenen Tagen einen kräftigen Satz nach oben gemacht. Was sich bereits im Vorfeld angedeutet hatte, ist nun eingetreten: Der Goldminen-Sektor ist regelrecht nach oben geschossen. Auf YouTube gab es in den vergangenen drei Wochen stets den Hinweis einer bevorstehenden Aufwärtsbewegung.

Der VanEck Gold Miners ETF (GDX), einer der wichtigsten Referenzwerte für Goldminenaktien, konnte seit Beginn der Woche bereits rund 22 Prozent zulegen. Für einen Sektor-ETF ist das eine außergewöhnlich starke Bewegung.

Der Anstieg kam damit im Grunde wie vermutet. Die entscheidende Frage lautet jetzt allerdings nicht mehr, ob die Minen steigen können, sondern: Ist diese Bewegung nachhaltig?

GDX mit explosiver Bewegung

Gold selbst konnte zuletzt ebenfalls deutlich zulegen. In der vergangenen Woche erreichte der Goldpreis ein Sieben-Wochen-Hoch und verzeichnete den stärksten Wochenanstieg seit Januar. Als wichtiger Auslöser galten unter anderem schwache US-Arbeitsmarktdaten und die dadurch veränderten Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank.

Für die Minen wirkt sich ein steigender Goldpreis überproportional aus. Denn während bei Gold der Preis direkt steigt, können sich bei den Produzenten gleichzeitig die Margen verbessern. Genau deshalb reagieren Minenaktien häufig deutlich stärker als das Edelmetall selbst.

Und genau das sehen wir aktuell.

Der GDX hat innerhalb weniger Handelstage einen regelrechten Schub bekommen. Solche Bewegungen sind beeindruckend – sie sollten Anleger allerdings nicht dazu verleiten, die kurzfristige Dynamik automatisch mit einem neuen nachhaltigen Aufwärtstrend gleichzusetzen.

Denn bei genauerer Betrachtung gibt es weiterhin Warnsignale.

Die COT-Daten liefern noch keine Entwarnung

Ein wichtiger Punkt sind die Commitment-of-Traders-Daten (COT) des Goldmarktes.

Die COT-Daten geben einen Einblick in die Positionierung verschiedener Marktteilnehmer an den Terminmärkten. Gerade die Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer kann dabei helfen, einzuschätzen, wie stark ein Markt bereits auf der Long-Seite positioniert ist und wie viel zusätzliches Kaufpotenzial noch vorhanden sein könnte.

Und genau hier zeigt sich derzeit ein Problem:

Im Vergleich zur Vorwoche haben sich die COT-Daten bei Gold nicht verbessert – vielmehr hat sich die Positionierung wieder verschlechtert.

Das ist angesichts der explosiven Kursbewegung bemerkenswert.

Normalerweise wäre eine deutliche Verbesserung der Positionierung ein zusätzliches Argument dafür, dass ein neuer nachhaltiger Aufwärtsschub entsteht. Wenn der Preis dagegen kräftig steigt, während die Positionierungsdaten nicht entsprechend konstruktiver werden, sollte man vorsichtig bleiben.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Gold oder die Minen unmittelbar wieder fallen müssen. Es bedeutet aber, dass die aktuelle Rallye aus Sicht der Positionierung noch nicht auf einem besonders stabilen Fundament steht.

Die Saisonalität spricht nur noch kurzfristig für steigende Kurse

Ein weiterer Faktor ist die saisonale Entwicklung.

Bis Ende August ist die Saisonalität bei Gold weiterhin eher positiv. Damit besitzt der Markt noch einen saisonalen Rückenwind.

Doch das Zeitfenster wird kleiner.

Mit dem Übergang in den September beginnt historisch eine andere saisonale Phase. Die saisonalen Muster bei Gold sind zwar keinesfalls ein zuverlässiges Timing-Instrument – sie können aber als zusätzlicher Faktor bei der Einschätzung des Marktes dienen. Langfristige Untersuchungen haben gezeigt, dass Gold durchaus wiederkehrende saisonale Muster aufweist.

Damit ergibt sich momentan ein interessantes Bild:

Kurzfristig spricht die Saisonalität noch für steigende Kurse. Mittel- bis kurzfristig nimmt der Rückenwind jedoch ab.

Genau deshalb wäre es aus meiner Sicht verfrüht, den aktuellen Anstieg bereits als Beginn einer neuen, nachhaltigen Aufwärtswelle zu interpretieren.

Eine weitere Korrektur bleibt wahrscheinlich

Mein derzeitiges Szenario ist deshalb relativ klar:

Der Anstieg der vergangenen Tage kam wie erwartet und hat gezeigt, wie viel Dynamik im Minensektor steckt. Gleichzeitig sprechen die COT-Daten und der bevorstehende saisonale Wechsel dafür, dass die Rallye möglicherweise noch nicht nachhaltig ist.

Das wahrscheinlichere Szenario wäre daher, dass der Markt nach dem starken Anstieg nochmals eine Korrektur einlegt.

Eine solche Korrektur wäre dabei nicht zwangsläufig negativ für den übergeordneten Edelmetallmarkt. Im Gegenteil: Nach einer Bewegung von rund 22 Prozent beim GDX innerhalb weniger Tage wäre eine Verschnaufpause durchaus gesund.

Entscheidend wird sein, wie tief diese Korrektur ausfällt und wie sich dabei Gold, Silber und die Minenaktien verhalten.

Sollte Gold bei einem Rücksetzer stabil bleiben und der GDX lediglich einen Teil der jüngsten Gewinne wieder abgeben, könnte sich daraus später sogar eine interessante Ausgangslage für die nächste Aufwärtsbewegung ergeben.

Noch ist es dafür allerdings zu früh.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Anstieg bis Ende August andauert und es im September zu einer letzten Bereinigung kommt.

Fazit: Rallye ja – Entwarnung nein

Die aktuelle Bewegung bei den Edelmetallen und Minenaktien ist beeindruckend. Der GDX konnte seit Wochenbeginn bereits rund 22 Prozent zulegen und hat damit genau die erwartete Aufwärtsbewegung vollzogen.

Doch jetzt ist Vorsicht angebracht.

Die COT-Daten haben sich gegenüber der Vorwoche nicht verbessert, sondern wieder verschlechtert. Gleichzeitig bleibt die Saisonalität zwar bis Ende August unterstützend, danach beginnt jedoch eine saisonal schwierigere Phase.

Daher gehe ich aktuell eher davon aus, dass der jüngste Anstieg noch nicht nachhaltig ist und eine erneute Korrektur folgen kann.

Das wäre nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass der langfristige Edelmetalltrend beendet ist. Vielmehr könnte eine solche Korrektur dazu beitragen, den Markt nach der extrem schnellen Bewegung wieder abzukühlen.

Die nächsten Wochen werden deshalb entscheidend.


Goldminen vor der nächsten Aufwärtsbewegung? Das spricht aktuell dafür – und dagegen

Die vergangenen Wochen waren für viele Goldminenaktien alles andere als einfach. Nach einer kräftigen Korrektur stellt sich nun jedoch die spannende Frage: War das bereits das Tief oder wartet noch eine letzte Bereinigung auf den Markt?

Aus charttechnischer Sicht sieht die Lage zunehmend interessant aus. Viele Minen haben wichtige Unterstützungsbereiche erreicht und beginnen, konstruktive Bodenformationen auszubilden. Das spricht dafür, dass sich der Sektor auf eine neue Aufwärtsbewegung vorbereiten könnte.

Zusätzlichen Rückenwind liefern die saisonalen Muster. Historisch beginnt für Gold und Goldminen in dieser Phase des Jahres häufig eine stärkere Periode. Natürlich sind Seasonals allein kein Kaufsignal, sie können aber einen positiven Rückenwind liefern, wenn auch die Charttechnik mitspielt.

Der Wermutstropfen: Die CoT-Daten

Ganz so eindeutig ist das Bild allerdings nicht. Die aktuellen Commitment-of-Traders-Daten (CoT) sprechen noch nicht für einen uneingeschränkten Start einer neuen Hausse. Die Positionierung deutet vielmehr darauf hin, dass durchaus noch einmal eine Korrektur möglich wäre.

Deshalb gehe ich aktuell nicht davon aus, dass die Minen sofort in einen langfristigen Bullenmarkt übergehen. Wahrscheinlicher erscheint zunächst eine verhaltene Erholung im Bereich von etwa 20 bis 30 Prozent.

Ein anschließender letzter Ausverkauf wäre aus meiner Sicht sogar wünschenswert. Solche finalen Bereinigungen sorgen häufig dafür, dass die letzten schwachen Hände aus dem Markt gedrängt werden und schaffen oftmals die Grundlage für einen nachhaltigen und langfristigen Aufwärtstrend.

Zwei besonders spannende Werte

Innerhalb des Sektors gibt es derzeit zwei Unternehmen, die ich besonders aufmerksam beobachte.

DRDGold überzeugt vor allem aus charttechnischer Sicht. Der Kurs entwickelt aktuell ein sehr sauberes und vielversprechendes Muster, das bei einem positiven Gesamtmarkt durchaus als Ausgangspunkt für eine stärkere Bewegung dienen könnte.

Ebenfalls interessant finde ich Soma Gold. Die Aktie hat bereits eine sehr deutliche Korrektur hinter sich und könnte im Falle einer Erholung überdurchschnittliches Potenzial besitzen.

Allerdings gilt hier besondere Vorsicht: Soma Gold ist ein Pennystock mit einer vergleichsweise geringen Marktkapitalisierung. Solche Werte können enorme Chancen bieten, gehen jedoch gleichzeitig mit deutlich höheren Risiken und teilweise starken Kursschwankungen einher. Eine sorgfältige Positionsgröße und konsequentes Risikomanagement sind daher besonders wichtig.

Fazit

Mein Gesamtbild bleibt vorsichtig optimistisch. Charts und saisonale Faktoren sprechen zunehmend für bessere Zeiten bei den Goldminen. Die CoT-Daten mahnen jedoch noch zur Zurückhaltung und lassen die Möglichkeit einer letzten größeren Korrektur offen.

Sollte diese finale Bereinigung tatsächlich noch kommen, könnte sie genau das fehlende Puzzlestück sein, das den Weg für einen nachhaltigen Bullenmarkt im Minensektor freimacht. Bis dahin bleibe ich selektiv und beobachte insbesondere DRDGold sowie Soma Gold sehr genau.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar, sondern gibt ausschließlich meine persönliche Einschätzung der aktuellen Marktlage wieder. Jeder Anleger sollte seine eigene Analyse durchführen und die Risiken einer Investition sorgfältig abwägen.

Gold und Silber: Chartbild überzeugt – doch die CoT-Daten mahnen weiterhin zur Vorsicht

Gold und Silber präsentieren sich derzeit technisch in einer vielversprechenden Verfassung. Die Charts beider Edelmetalle haben sich in den vergangenen Wochen deutlich aufgehellt und auch die Minenaktien zeigen ein ähnliches Bild. Hinzu kommt ein weiterer positiver Faktor: Die saisonale Statistik spricht im Juli traditionell eher für steigende Kurse.

Auf den ersten Blick scheint also vieles für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung zu sprechen.

CoT-Daten bleiben der entscheidende Wermutstropfen

Wer jedoch regelmäßig einen Blick auf die Commitments of Traders (CoT)-Daten wirft, erkennt schnell, dass noch ein wichtiger Baustein für einen nachhaltigen Bullenmarkt fehlt.

Die aktuelle Positionierung der Marktteilnehmer ist nach wie vor nicht bereinigt. Insbesondere die spekulativen Marktteilnehmer sind weiterhin vergleichsweise stark positioniert, während die Commercials noch keine deutliche Entlastung ihrer Positionen vorgenommen haben. Genau diese Bereinigung war in der Vergangenheit jedoch häufig die Grundlage für länger anhaltende Aufwärtsbewegungen bei Gold und Silber. Die COT-Berichte der CFTC zeigen die Positionierung verschiedener Marktteilnehmer im Futures-Markt und gelten vielen Analysten als wichtiger Sentiment-Indikator.

Mit anderen Worten: Die Rahmenbedingungen verbessern sich zwar, doch aus Sicht der CoT-Dewertung fehlt bislang noch das typische Signal, das frühere größere Rallyes begleitet hat.

Grafik 1: Entwicklung der CoT-Daten für Gold (eigene Auswertung)

Ein Kaufsignal für Gold ist nach neusten Daten noch ein gutes Stück entfernt. Bei Silber sehen die Daten sogar noch schlechter aus.

Positive Faktoren überwiegen – aber mit Einschränkungen

Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Gold und Silber kurzfristig fallen müssen. Im Gegenteil: Die technische Ausgangslage bleibt konstruktiv, die Minen konnten in der vergangenen Woche positive Zeichen senden und das Sentiment in diesem Bereich deutet einen Boden an.

Gerade diese Kombination sorgt dafür, dass die Wahrscheinlichkeit für höhere Kurse durchaus vorhanden ist. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass ein Markt mit einer noch immer angespannten Positionierung anfälliger für schärfere Korrekturen oder kurzfristige Rücksetzer bleibt. Möglich ist, dass es kurzfristig nach oben geht und im Anschluss eine erneute Korrektur einsetzt, was die CoT-Daten bereinigen könnte.

Fazit

Aktuell senden Charttechnik, Minenaktien und Saisonalität überwiegend positive Signale. Das spricht dafür, dass Gold und Silber ihre Aufwärtsbewegung grundsätzlich fortsetzen könnten.

Der einzige größere Unsicherheitsfaktor bleiben derzeit die CoT-Daten. Eine nachhaltige Bereinigung der Positionierung hat bislang noch nicht stattgefunden. Historisch betrachtet entwickelten sich die stärksten und langfristigsten Aufwärtsphasen häufig erst dann, wenn genau diese Bereinigung abgeschlossen war.

Für Anleger bedeutet das: Optimismus ist durchaus angebracht – Euphorie erscheint zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch verfrüht. Sollte sich die Positionierung in den kommenden Wochen deutlich entspannen, würde dies die Chancen auf eine nachhaltige Fortsetzung des Edelmetall-Bullenmarktes erheblich verbessern.

So ist es wahrscheinlich, dass wir eine Erholung sehen, die aber nicht nachhaltig aus fällt.

Edelmetalle und Minen vor der nächsten Korrektur? – Eine Standortbestimmung

Nach einer beeindruckenden Rally in den vergangenen Monaten und einer anschließenden deutlichen Korrektur konnten sich die Kurse zuletzt wieder erholen. Aktuell befinden sich die Edelmetalle jedoch in einer entscheidenden Phase und bieten weiteres Abwärtspotenzial. Der aktuelle Kursverlauf wirkt korrektiver Natur und lässt bislang keine nachhaltige Stärke erkennen.

Überhitzung nach starker Rally

Der Anstieg bei Gold war insbesondere im Jahr 2025 außergewöhnlich dynamisch. Getrieben wurde diese Bewegung vor allem durch geopolitische Unsicherheiten, massive Zentralbankkäufe und eine zunehmende Skepsis gegenüber Fiat-Währungen.

Doch Märkte bewegen sich selten linear. Auf starke Aufwärtsbewegungen folgen häufig Phasen der Konsolidierung oder auch ausgeprägte Korrekturen – und diese können unterschiedlich lange andauern. Vieles deutet darauf hin, dass die aktuelle Korrekturphase noch nicht abgeschlossen ist. Der Markt hat zuvor schlicht zu stark nach oben übertrieben.

Die nachfolgende Grafik zu Silber zeigt beispielhaft, dass der vorangegangene Anstieg noch nicht ausreichend abgebaut wurde, um eine stabile und gesunde Bodenbildung zu ermöglichen.

Doch nicht nur die historische Betrachtung spricht für weiteres Abwärtspotenzial. Auch ein wiederkehrendes Zyklusmuster warnt vor einer erneuten Korrekturbewegung. Im linken Teil des Charts ist der aktuelle Goldverlauf zu sehen, während rechts eine mögliche zukünftige Entwicklung skizziert ist (grün).

Fundamentale Lage bleibt stark

Wichtig bleibt: Die übergeordneten Treiber für Gold sind weiterhin intakt:

  • Inflation bleibt ein zentrales Thema
  • Zentralbanken kaufen weiterhin Gold
  • geopolitische Spannungen bestehen fort

Langfristig ist der Bullenmarkt daher keineswegs beendet. Viele Analysten erwarten weiterhin steigende Preise oder zumindest stabile Niveaus. Vielmehr deutet vieles darauf hin, dass sich Rohstoffe insgesamt in einem langfristigen Aufwärtszyklus befinden. Insbesondere Agrarrohstoffe könnten in den kommenden Monaten eine überdurchschnittlich starke Performance zeigen.

Goldminen: Stark, aber nicht immun gegen Rücksetzer

Die Minenaktien gehörten im Jahr 2025 zu den großen Gewinnern. Doch auch hier hat inzwischen eine Korrektur eingesetzt, die vermutlich noch nicht abgeschlossen ist. Der nachfolgende Chart zeigt, dass der jüngste Anstieg nicht von ausreichender Stärke begleitet wird und eine weitere Abwärtsbewegung folgen könnte.

Fundamental stehen Minenunternehmen dennoch so gut da wie seit Jahren nicht:

  • hohe Margen (durch hohe Gold- und Silberpreise bei vergleichsweise niedrigen Kosten)
  • starker Cashflow
  • deutlich disziplinierteres Management als in früheren Zyklen

Das klingt nach einem idealen Umfeld – und genau darin liegt die Herausforderung:

Wenn bereits alle positiven Faktoren im Kurs eingepreist sind, steigt die Anfälligkeit für Enttäuschungen.

Historisch reagieren Minenaktien zudem überproportional:

  • Sie steigen stärker in Aufwärtsphasen
  • Sie fallen jedoch auch deutlicher in Korrekturphasen

Warum eine Korrektur sinnvoll wäre

Eine Korrektur ist nicht zwangsläufig negativ – im Gegenteil:

Sie kann dazu beitragen,

  • überkaufte Marktphasen abzubauen
  • neue, attraktivere Einstiegsmöglichkeiten zu schaffen
  • den langfristigen Aufwärtstrend zu stabilisieren

Das aktuelle Umfeld spricht daher eher für eine anhaltende Seitwärtsphase oder eine weiterführende Korrektur, bevor sich der nächste größere Aufwärtsimpuls entwickeln kann.

Blick über den Tellerrand: DAX ebenfalls gefährdet?

Nicht nur Edelmetalle könnten vor einer Verschnaufpause stehen. Auch der deutsche Leitindex DAX zeigt nach seiner starken Entwicklung der vergangenen Wochen erste Ermüdungserscheinungen.

Die nachstehende Grafik verdeutlicht, dass trotz steigender Kurse eine gewisse Schwäche im Markt vorhanden ist – kurzfristig kein besonders positives Signal.

Fazit

Edelmetalle bleiben langfristig ein attraktiver Markt mit starken fundamentalen Treibern. Kurzfristig jedoch mehren sich die Hinweise auf eine weitere Korrekturbewegung – sowohl bei den Edelmetallen selbst als auch bei den Minenaktien.

Für Anleger bedeutet das:
Geduld könnte sich auszahlen. Die besten Chancen entstehen häufig dann, wenn die Euphorie aus dem Markt weicht.

Auch im DAX könnte kurzfristig eine Verschnaufpause anstehen. Darüber hinaus könnten die Jahre 2026 und 2027 von stärkeren Korrekturen im Gesamtmarkt geprägt sein. Einen ausführlichen und kostenlosen Jahresausblick dazu gab es bereits im Discord.