Die Fed senkt den Leitzins – Chance oder Risiko?

Am 17. September 2025 senkte die Federal Reserve den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Zielspanne von 4,00 % bis 4,25 % – der erste Zinsschnitt seit Dezember 2024. Der Schritt folgte einem Abwägen zwischen einem ausbrechenden Schwächezeichen am Arbeitsmarkt und weiterhin zu hoher Inflation (2025 bei rund 2,9 %).

Was die Zinssenkung bewirken könnte

1. Kreditkosten sinken

  • Hypotheken und Kreditkonditionen für Verbraucher und Unternehmen verbessern sich allmählich. Die durchschnittlichen 30-Jahres-Festzinshypotheken fielen bereits auf etwa 6,35 %.
  • Banken wie JPMorgan, Citigroup und Bank of America reduzierten danach den Prime Lending Rate von 7,50 % auf 7,25 %.

2. Stärkung des Wohnungsbaus

  • Immobilienwerte und Bauunternehmen wie Bold Homebuilders profitieren direkt von günstigeren Finanzierungskosten. Die housing shares legten deutlich zu, unter anderem bedingt durch sinkende Hypothekenraten und Hoffnung auf Nachfragebelebung.

3. Entlastung für Unternehmen & Kreditnehmer

  • Eine niedrigere Kreditkostenbelastung kann Investitionen steigern und private Konsumausgaben fördern – Arbeitsmarktentspannung im Fokus der Fed im Sinne des Mandats.

Warum dieser Zinsschritt kritisch gesehen wird

1. Inflation bleibt über dem Ziel

  • Trotz Zinssenkung liegt die Inflation mit 2,9 % deutlich über dem angestrebten Markenwert von 2 %. Das birgt die Gefahr, dass die geldpolitische Lage zu locker wird. Bereits jetzt sieht man, wie Assets weiter durch die Decke gehen, egal ob Gold, Aktien oder dergleichen.

2. Risiko der Entkoppelung von Preis- und Lohnentwicklung

  • Fed-Chair Jerome Powell warnte, dass der verhältnismäßige Fokus auf den Arbeitsmarkt dennoch nicht zulasten der Preisstabilität gehen dürfe – Fehlsteuerungen könnten Inflationserwartungen weiter verankern.

3. Abweichler innerhalb der Fed

  • Der neue Gouverneur Stephen Miran, eine Trump-Einsetzung, war der einzige, der für einen stärkeren 0,50 %-Schnitt gestimmt hat. Er argumentierte, dass importbezogene Inflation und demographische Faktoren kein dauerhaftes Preistreiben bedeuten. Seine Position weicht deutlich vom mainstream der FOMC ab.

Risiken einer übereilten Lockerung

  • Historisch haben ähnliche Schnitte zu einem Anstieg der langfristigen Zinssätze geführt – etwa ein Rückgang in der Geldpolitik 2024 trieb die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen trotz Zinssenkungen um über 100 Basispunkte in kurzer Zeit nach oben.
  • Auch diesmal zog der 10-Jahres-Treasury Yield bereits auf ca. 4,07 % an – trotz der Fed-Senkung.

Zwischenfazit: Wann war die Zinssenkung vielleicht leichtfertig?

  • Manche Experten werten den Schritt als „risk-management cut“ – eine vorsorgliche Maßnahme angesichts von Arbeitsmarktschwäche – nicht als notwendige Reaktion auf objektive Rezessionssignale.
  • Angesichts weiterhin anhaltend hoher Inflation sehen Kritiker das Potenzial, dass die Fed einen inflationären Konflikt langfristig auslösen könnte – etwa durch erneutes Überschießen der Geldnachfrage oder Preissteigerungen, die nicht durch Produktivität gedeckt werden.

Ausblick: Was kommt als Nächstes?

  • Die Fed erwartet bisher zwei weitere Zinssenkungen in 2025, mit potenziell einem weiteren in 2026 – abhängig von Entwicklungen bei Beschäftigung und Preisniveau.
  • Doch sollte Inflation erneut steigen oder der Arbeitsmarkt wider Erwarten stabil bleiben, könnten weitere Cuts vertagt oder pausiert werden. Die Fed betont ihren datengesteuerten Ansatz und das Prinzip von „meeting-by-meeting“ Entscheidungen.

Überblick: Vorteile und Risiken auf einen Blick

Vorteile der ZinssenkungRisiken und Bedenken
Günstigere Kredite für Bau, Konsum & FirmenInflation bleibt über dem 2 %-Ziel
Hoffnung auf Stabilisierung des ArbeitsmarktsGefahr eines Reflationstrends
Positive Impulse für den WohnungsbauLangfristige Zinsen könnten trotzdem steigen
Erste Schritte in Richtung Lockerung (risk management)Mögliche politische Einflussnahme auf Entscheidung (Miran)

Fazit

Die jüngste Entscheidung der Fed, den Leitzins auf 4,00–4,25 % zu senken, markiert einen klaren Richtungswechsel – vom strikten Inflationskampf hin zu einer vorbeugenden Abschwächung bei Arbeitslosigkeitsrisiken. Die Fed bezeichnet das als „risk management cut“.

Doch mit weiterhin hoher Inflation (2,9 %), einer divergierenden Einschätzung innerhalb der Fed und dem Risiko steigender langfristiger Zinsen ist Skepsis gerechtfertigt. Sollte die Inflation erneut anziehen oder der Arbeitsmarkt stabil bleiben, droht die geldpolitische Lockerung eine Gefahr für die Preisstabilität zu werden.

Der Kurs der Fed bleibt also ein zartes Jonglieren zwischen Preisstabilität und Beschäftigungsförderung – und hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf der Konjunkturdaten ab.

Aktienmarkt erneut vor Korrektur?

Die Aktienmärkte haben sich stark erholt und streben bereits neue Höchstkurse an. Doch nun sieht es bereits wieder nach Korrektur aus. Was spricht aktuell für eine neu einsetzende Abwärtsbewegung?

1. Hindenburg-Omen – Dieses Signal tritt von Zeit zu Zeit auf und vor allem zu Zeitpunkten mit erhöhter Korrekturwahrscheinlichkeit.

2. Seasonals sprechen im September eine deutliche Sprache und zwar – Short!

3. Das Sentiment ist aktuell klar überkauft.
4. Die Treasurys deuten eine Zinswende an und somit wirtschaftliche Probleme. Eine Rezession könnte sich demnach entwickeln.
5. Charttechnisch wirkt der Aktienmarkt derzeit angeschlagen.

Von einer anstehenden Korrektur kann man aber auch profitieren. Nicht alle Werte werden bei Abwärtsbewegungen mit nach unten gerissen. Nachstehend einige Aktien-Werte die dieses Kriterium erfüllen können:

Mehr Infos und längere Ausführungen zu diesem Thema findet ihr in unserem AktienReport: https://bayerngold.com/aktienreport/

Mit Stockpicking den Markt schlagen

Sehr einfache Strategien können helfen den Aktienmarkt nachhaltig zu schlagen. Vor allem im Bereich klein- und mittel kapitalisierter Aktien sind Überrenditen relativ einfach möglich. Wie schnell man solche Überrenditen erzielen kann zeigt unser AktienReport von August. Dieser war und ist für alle kostenlos erhältlich: https://bayerngold.com/aktienreport/

Dort wurden 10 aussichtsreiche Aktien genannt, welche sich bis heute wie folgt entwickelt haben:

In der Liste findet sich nur ein Verlierer in Höhe von -0,78 Prozent. Beim Rest handelt es sich um Gewinnen, wovon der größte 33,95 Prozent vorweisen kann. Eine solche Betrachtung macht aber erst mit einem Vergleich Sinn. So konnten unsere Werte den S&P 500 deutlich outperformen.

Wer von unserem Wissen profitieren will, kann sich unseren AktienReport in Ruhe an sehen und seine eigenen Gedanken zu den Werten machen. Wer lernen möchte wie man solche Werte und Sektoren selbst findet, der kann unsere Seminare besuchen: https://bayerngold.com/seminar/

Wir sind demnächst aber auch wieder bei der VTAD aktiv und stellen dort einige unserer Strategien zur Aktienauswahl kostenlos vor: https://bayerngold.com/aktuelles-termine/